Mittwoch, 5. Mai 2010 10:26
[la] Die Extra-Ausstellung zur "Local Heroes"-Woche in Ennepetal "Lokale Helden – Kunstraum-EN bei Kaisers" fand am Sonntag, dem 2. Mai 2010 ab 17:00 Uhr statt.
Die Eröffnung war ein voller Erfolg und die Besucher staunten nicht schlecht, was man aus einem durch Leerstand öden Ladenlokal mit gemeinsamer Kraft zaubern kann.
Die Künstler waren sehr erfreut, dass trotz Mammut-Programm an diesem Tage (man kann wirklich sagen, eine Veranstaltung jagte die andere], der Bürgermeister nebst seiner Frau und viele weitere Menschen aus Verwaltung und Rat und zahlreiche Kunstinteressierte den Weg zu "Kaisers Laden" gefunden hatten. Es gab einen regen Austausch zwischen Besuchern und Künstlern und so war der Auftakt wirklich gelungen.
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Foto: Angelika Trapp |
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Wir möchten die Künstler hier noch einmal kurz vorstellen:
1. Rüdiger Scheipner, Ennepetal [ Saxophonist der Musikschule Ennepetal]
Mit weichen, stimmungsvollen Klängen seines Saxophons, zauberte Rüdiger Scheipner eine wohltuende und entspannte Atmosphäre in die Räumlichkeiten des zum Kunstbasar umfunktionierten ca. 500qm großen Ladenlokals des ehemaligen Kaisers-Supermarktes. Sanfte Töne, die viele Gespräche zwischen Künstlern und Kunstinteressierten begleiteten umrahmten das festliche Programm.
2. Christoph Liebelt, Hagen
Liebelt ist Glaskünstler und Kunstmaler.
Seine Idee ist, ausschließlich die substantielle Kraft der Farbe im Raum zu komponieren.
Seit 1990 hat er aus Malerei, Grafik und plastisch-organischen Studien eine bildnerische Gestaltung entwickelt, die er co-co-painting (combining copy and painting) nennt.
Hierbei entstehen über digital-grafische, drucktechnische, aber vor allem malerische Prozesse Bilder, die durch ein neuartiges Verfahren im Glas, auf Papier, oder Lichtprojektionen ihren Ausdruck finden.
Es entstehen Bilder, die dem Betrachter viel Raum für phantasievolles Bild-Farb-und Raumerleben geben.
3. Danijel Brekalo aus Essen, (Gastkünstler) hat mit seiner Malerei viele Punkte im öffentlichem Raum bereits erobert. Seine Partner sind Kommunen, Institutionen,sowie Privat Personen die sich für Kunst im öffentlichem Raum einsetzen und diese fördern.
Die Werke, sind oftmals mit figurativem Inhalt gefüllt.
Nicht selten ist sein Wirken mit sozialem Handeln verbunden.
4. Johann-Peter Müller-Ante
Bekannt wurde Müller Ante als Maler und Glasbildner, der in seinen Bildern bereits
in klaren Linien und kräftigen Farben, Kontraste in Pop-Art Manier zeigt.
Seit Anfang der 80er Jahre widmet er sich mehr und mehr der Skulptur.
Genaue Vorstellungskraft verleiht dem Künstler die Sicherheit, mit jedem Schlag in das
Material einen Schritt näher seinem Ideal zu sein.
Auch hierzu gehört die letztlich aufgetragene starke farbige Fassung, mit der die
Holzskulpturen einen zusätzlichen Ausdruck erlangen.
Die meist ca. 100 cm großen Skulpturen stehen sofort im Mittelpunkt.
Sie stellen Fragen an den Betrachter und geben sofort Antworten – ganz individuell.
5. Sven Vogler, Gelsenkirchen (Gastkünstler)
Die physikalische Zerlegung der eingesetzten Materialien durch den Bildgrund, sowie die
Reaktion auf die dadurch entstehende Neuordnung, sind Grundlage der Serie von Abrasionen.
Die Arbeiten erscheinen wie eine mikroskopische Analyse kleinster Bildausschnitte von Bleistift- oder Kreidezeichnungen. Trifft farbiges Material auf den rauen Bildgrund, so wird dieses zerlegt und verbindet sich in neuer Konstellation mit dem Untergrund.
Bei diesem Vorgang trifft die Unberechenbarkeit des Ergebnisses im Detail mit der beabsichtigten Schaffung einer Gesamtwirkung zusammen.
Es stellt sich die Frage, ab welcher Größe Bilddetails an Bedeutung gewinnen oder verlieren und wie weit solch eine Vergrößerung weitere Informationen zum Verständnis eines Werkes liefern kann. Ab wann wird bei "genauerer Betrachtung" die Idee des Werkes nicht mehr erkannt?
Da es sich bei den Abrasionen jedoch nicht um tatsächliche Vergrößerungen handelt, kann der Betrachter selber festlegen, in welches Größenverhältnis er sich zu diesen Arbeiten setzen möchte.
6. Linde Arndt, Ennepetal
"So Du etwas bist, so bleibe nicht stehen. Du musst aus Deinem Licht fort in ein anderes gehen"
Diese ausdrucksstarken Worte wurden Linde Arndt von einer Lehrerin mit auf den Weg gegeben und es ist so, als wären sie auf fruchtbaren Boden gefallen. Auch im künstlerischen Bereich legt sie sich nicht fest, sondern erschließt ständig neue Bereiche von Hinterglas-, Aquarell-, Acryl- oder Wachs-Malerei, von gegenständlich bis abstrakt – kein Material ist vor ihr sicher. Zur Zeit sind es experimentelle Versuche im digitalen Fotobereich – allerdings noch am Anfang.
In der Ausstellung hier im Kaisers werden Bilder in Acrylmischtechnik und Enkaustic-Wachsmalerei
vorgestellt.
7. Beate Koch, Schwelm
Beate Koch zeigt einen kleinen Ausschnitt ihrer Künstlerischen-Schaffensphasen auf Papier.
1. MoroMoro – Abstrakte Zeichnungen: Tusche, Bleistift und Aquarell.
2. Nano-Kosmos – Diacollagen: die Bilder entstehen in Glas Diarahmen.
3. Figürliche-Collagen: Kleidungsausschnitte,Tusche, Aquarell.
4. Fotos: Masken aus Afrika.
8. Timothy C. Vincent
" Natursteine, Stahl, Glas sind die Grundstoffe aus denen der Steinbildhauer und Gestalter Timothy C. Vincent, REME-Str. 20 in Wetter handwerkliche und exklusiv nach eigenen Entwürfen oder in gemeinschaftlicher Erarbeitung mit den Kunden Unikate in hochwertiger Qualität schafft. Timothy C. Vincent hat sich mit seiner Arbeit ganz bewusst auf eine Gratwanderung begeben, nämlich einerseits handwerklich-künstlerisch-angewandt zu arbeiten, also einen Betrieb zu führen mit all seinen Vorzügen, Zwängen und Nachteilen. Andererseits, abgehoben von reiner Handwerklichkeit, freikünstlerisch zu denken und zu wirken. Dafür ist er mittlerweise über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Hier in dieser Ausstellung zeigt er 4 Objekte seines künstlerischen Schaffens und Gestaltens.
9. Andrea Hüsken, Ennepetal
Hier mit Bildern und Skulpturen vertreten, sagt zu ihren neuen Werken: Im Moment bewege ich mich in dem Spannungsfeld von Farbe und Struktur. Das Materielle, die Wirkung von unterschiedlichen Oberflächen und ihr Zusammenspiel mit der Farbe, das Enstehen von Plastizität und Räumlichkeit auf der Fläche interessiert mich. So entsteht rissiges, rauhes – Flächen, die an trockenen Lehm, Moos, Flechten oder Kreide erinnern.
10.Bettina Brökelschen, Dortmund [Gastkünstlerin]
Unsere Gast-Künstlerin ist nicht nur in Dortmund, wo sie wohnt, eine überaus bekannte und begabte Künstlerin, die auch im Fernsehen und bei vielen Benefiz-Veranstaltungen und anderen sozialen Projekten sich mit ihrer Kunst eingebracht hat. In ihren bisherigen Werken hat sie sowohl surrealistische Bilder, als auch Collagen, Acrylbilder, Portraits (auch von Prominenten und dem gesamten BVB-Verein) erstellt.
Zur Vernissage – und nur für diesen Tag – hatte sie drei ihrer gemeinsam mit Prof. Luigi Colani gemalten und signierten Werke mitgebracht.
11. Renate Schmidt-V., Gevelsberg
Neben Holzschnitten und Bildern mit bemalten Papiercollagen stellt Renate Schmidt-V. in der Hauptsache HOLZSKULPTUREN aus.
Fundstücke aus der Natur kombiniert sie mit alten Schubladen, Brettholz oder z.B. alten, handgeschmiedeten Nägeln. Ein alter Balken aus einem Fachwerkhaus wurde – kombiniert mit einer rostigen Kette – zu einer menschenähnlichen Stele. Aus Bretthölzern sägte sie fast filigrane Formen; die Reststücke verarbeitete sie in lebendigen Holzpfeilern, die sie "Vogelstelen" nennt, weil viele Details an Vögel erinnern.
"Holz ist für mich ein faszinierendes Material, es behält selbst nach dem Tod des Baumes seine Lebendigkeit, seine ausdrucksstarke Vielseitigkeit und regt zu unerschöpflichem Gestalten an", sagt R. Schmidt.-V.
12. Anja Dahl, Wuppertal
In ihren Arbeiten greift Anja Dahl immer wieder auf organische Plasmastrukturen zurück. Düstere Landschaften ferner Dimensionen mit biomechanischen Einflüssen sind Motive der jungen, Wuppertaler Künstlerin.
Die großformatigen Fantasy Bilder sind mit Ölfarbe auf Leinwand gearbeitet aber auch feine Tuschegrafiken, Skulpturen und Fotoarbeiten gehören zu ihrem Repertoire.
13. Werner Kollhoff, Ennepetal
Werner Kollhoff zeigt in der aktuellen Ausstellung Hinterglasbilder mit Acrylfarben
von Gegenständlich bis Abstrakt in allen Facetten. Es sind einmal einige Tanztheaterbilder, Ateliervariationen sowie Farbkompositionen neuerer Art zu sehen. Die Installation
"Lichtwechsel – Sichtwechsel" gibt farblich unterschiedliche Einblicke in die Kluterthöhle wider.
Hier noch ein paar Schnappschüsse von dem gelungenen Abend:
Fotos Linde Arndt